09.07.2017 20:00
Aufführung
Sacre
, Görlitz
Igor Strawinsky »Le Sacre du Printemps« und Luciano Berio »Rendering«
Luciano Berios vielleicht bedeutendste »Ricomposizione« im Sinne einer Neusicht alten Materials stellt das Werk »Rendering« nach Vorlagen und Motiven von Franz Schubert dar. Es entstand 1988/89 für das Royal Concertgebouw Orchestra und wurde unter der Leitung von Nikolaus Harnoncourt uraufgeführt.
In den letzten Wochen seines Lebens fertigte Franz Schubert vielerlei Skizzen zu einer Zehnten Sinfonie in D-Dur (D 936 A) an. Diese Entwürfe sind ziemlich komplex und von vollendeter Schönheit. Es sind dies weitere deutliche Hinweise für Schuberts Entwicklung, welche vom Einfluss Beethovens wegführt. »Rendering« mit seiner zweifachen Autorenschaft soll eine Restaurierung dieser Skizzen sein, keine Vollendung oder Rekonstruktion. Diese Restaurierung folgt den Richtlinien einer modernen Freskorestaurierung, die auf eine Auffrischung der alten Farben abzielt, ohne die durch die Jahrhunderte entstandenen Schäden kaschieren zu wollen, wobei sogar leere Flecken im Gesamtbild zurückbleiben können.
Erstmals erarbeitet die Tanzcompany des GHT gemeinsam mit der Neuen Lausitzer Philharmonie eine Neuproduktion für das Sommertheater im Stadthallengarten. Der Doppeltanzabend »SACRE« von Dan Pelleg und Marko E. Weigert verbindet zwei ganz unterschiedliche Stücke: Igor Strawinskys »Le Sacre du Printemps« (»Das Frühlingsopfer«) hat bereits unzählige verschiedenartige choreografische Interpretationen erlebt und wird durch eine frische Auslegung überraschen. Mit »Rendering«, Luciano Berios vielleicht bedeutendster »Ricomposizione« nach Vorlagen und Motiven von Franz Schubert, dürfen Sie das ursprünglich reine Orchesterwerk als märchenhaft-humorvolle Bühnenfassung erleben.

